Odenwälder Rote – die Rasse

Das Rote Höhenvieh

Wiederbelebung einer alten Rasse

Im Jahre 1983 wurde der „Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs“ gegründet, dem nicht nur Züchter, sondern auch interessierte Laien angehören, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese kostbare Rasse zu erhalten. Gezüchtet wurde anfangs mit teilweise sehr alten weiblichen Tieren mit verschieden hohen Genanteilen des alten Rotviehs sowie den seit 1964 eingefrorenen Spermaportionen des letzten Vogelsberger Bullen „Uwe R 12“. Das Rote Höhenvieh ist somit aus der Verschmelzung verschiedener roter Viehschläge entstanden. Um die Zucht nicht nur auf eine Vaterlinie (Uwe) zu konzentrieren, wurde auch tiefgefrorenes Sperma des letzten Lahnviehbullen (Hannibal L 7), von Gelbem Frankenvieh (Bulle Fragil) und von Rotviehbullen aus Herden ohne Aufzeichnung, z. B. der Kuhn-Herde aus Westfalen oder der Herde von Förster Dauer aus dem Harz, eingesetzt.

Durch geeignete Zuchtmaßnahmen sollen die Tiere für die moderne Landwirtschaft wieder attraktiv gemacht und verlorengegangene Vorteile der alten Landrassen wiederentdeckt werden. Mit dem Verlust alter Rassen gingen in den letzten Jahrzehnten auch deren gute Eigenschaften, wie u. a. hohe Fruchtbarkeit, geringe Geburtsschwierigkeiten, gute Konstitution und Langlebigkeit verloren.

Wissenschaftler empfehlen die Erhaltung alter Rassen als “Genreserve”. Zukünftige Rinderzucht muss auf einer weiten genetischen Variationsbreite basieren. Das Verschwinden einer Rasse, wie der des Roten Höhenviehs, wäre ein nicht wieder gut zu machender Verlust.

Rassemerkmale

Das Rote Höhenvieh ist laut aktuellem Zuchtziel ein einfarbig rotbraunes Rind mit hellem Flotzmaul, hellen Augenringen und hellem Euter. Die weiße Schwanzquaste ist ummantelt von rotbraunen Haaren, die Hörner sind hell mit dunkler Spitze. Die Rasse ist genügsam, robust und langlebig mit unproblematischen Abkalbungen.

Herkunft

Die Bezeichnung „Keltenvieh“ weist auf einfarbig rote Ahnen in vorchristlicher Zeit hin. Eine Zusammenfassung verschiedener Rotviehschläge wie Vogelsberger-, Harzer-, Odenwälder-, Wittgensteiner Rotvieh zum Roten Höhenvieh erfolgte im Jahr 1985. Seit ca. 30 Jahren Verdrängungskreuzung durch Niederungsrassen.

Eigenschaften und Leistung

Gute Konstitution und Vitalität, genügsam. Hoher Gehalt an Milchinhaltsstoffen und beste Fleischqualität. Eignung für Landschaftspflege sowie Mutter- und Ammenkuhhaltung.

 

Das Rote Höhenvieh auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrassen

Das Rote Höhenvieh wird in die Kategorie II (gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. eingeordnet.

Quellenangaben:
CHIONEA 16 (2001) Dipl.-Biol. Gerd Bauschmann Naturschutz-Zentrum Hessen – Akademie für Natur- und Umweltschutz –
GEH Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.